schwierige Aufzucht

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Zufütterung:
 
Man hört immer wieder von Züchtern, die Mutterkatze hat keine Milch, die Frühchen wollen nicht trinken, ich finde keine Amme u.s.w., u.s.w.! Es können die unterschiedlichsten Gründe sein, die den Züchter bei der Aufzucht der Babys verzweifeln lassen, denn ohne Nahrung und Flüssigkeit können die Babys nicht überleben. Mir ging es zweimal genau so! Zweimal hatte ich einen Wurf mit 6 Babys, die Mutter hatte keine Milch, und die Babys hatten keinen Saugreflex. Da der Saugreflex bei den Babys nicht da war, war es sinnlos, die Babys mittels Fläschchen, Spritze oder gar Pipette zu füttern, sie würden sich verschlucken. Wenn sich ein Katzenbaby an der Milch verschluckt, die Milch in die Lunge kommt, würde das fatale Auswirkungen für das Katzenbaby bedeuten, es würde sterben!
 
Eine weitaus erfolgreichere und auch sichere Methode ist es, mit der Magensonde zu füttern. Ich weiß, das löst eine ablehnende Reaktion bei Menschen aus, die sich noch nie damit beschäftigt, oder gar diese Methode angewendet haben. Aber man hat ja keine große Wahl, außer, man lässt die Babys verhungern, oder man schläfert sie ein, damit sie die Hungerqualen nicht erleiden müssen! Die ablehnende Reaktionen begründen sich aber meist aus Unwissenheit von der Handhabung.
 
Vorteile der Sondenfütterung:
 
Die Nahrung gelangt sicher am Lungenabzweig vorbei, direkt in den Magen.
Am Anfang der Einführung mit der Sonde entsteht ein Schluckreflex, der veranlasst, dass sich eine Klappe auf den Lungenabzweig legt, so das die Sonde nicht in die Lunge gelangen kann!
Man weiß genau, wie viel Nahrung nun wirklich in den Magen des Babys gelangt ist, was bei anderen Methoden nicht immer sichergestellt ist.
Die Abstände der Fütterungen können sich bei dieser Methode vergrößern. (Siehe weiter unten)
 
Und so wird es gemacht:
 
Magensonden bekommt man in allen Apotheken. Die Sonde sollte einen Durchmesser von ca. 1,8 mm haben, sie ist vorne abgerundet. Am vorderen Ende sind zwei versetzte Öffnungen ( links + rechts ), aus denen die Nahrung heraus kommt, so wird die Nahrung gleichmäßig im Magen verteilt. Das andere Ende der Sonde wird auf eine Spritze aufgesetzt. Danach muss man, und das ist wichtig, die Sondenlänge die man einführen muss, unbedingt abmessen. Das Abmessen beginnt mit der Sondenspitze angehalten am Bauchnabel des Babys, und führt weiter den Bauch entlang bis zum Mäulchen.
 

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Die Sondenlänge wird dann mit einem wasserfestem Folienstift auf der Höhe des Mäulchens markiert. Später wird die Sonde dann bis zur Markierung eingeführt. Wenn das Babys wächst, muss die Sondenlänge neu abgemessen werden. Die angerührte Nahrung in die Spritze aufziehen und Sonde aufsetzen. Die Sonde mit der Nahrung füllen (einfach die Spritze drücken ), bis keine Luft mehr in der Sonde ist. Die Babys werden in der Bauchlage gefüttert und nicht in der Rückenlage!! Mäulchen öffnen, und die Sonde bis zur Markierung, behutsam aber auch nicht zu zögernd, einführen, mit Daumen und Zeigefinger der Hand, die das Baby hält, die Sonde festhalten, damit die Sonde sich nicht herausziehen kann.
 
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Dann wird die Nahrung langsam und gleichmäßig aus der Spritze durch die Sonde gedrückt. Ist die Fütterung beendet, Sonde herausziehen. Sollte sich während der Fütterung dennoch die Sonde herausziehen, sofort mit dem Drücken der Spritze aufhören!! Nach der Fütterung, nicht nach jedem Baby, muss die Sonde mit heißem Wasser gereinigt werden ( Durchspülen mit der Spritze ). Sterilität ist nicht nötig, da es die Zitzen der Mutter auch nicht wären!!
Die benötigte Menge an Nahrung pro Fütterung richtet sich nach dem Gewicht des Babys. Ein Baby mit einem Geburtsgewicht von 100 gr. benötigt ca. 3-4 ml Nahrung pro Fütterung. Die Fütterungshäufigkeit, und die Menge der Nahrung pro Fütterung richtet sich später aber auch nach dem jeweiligen verwendeten Ersatzmilchproduktes. Meine besten Erfahrungen habe ich persönlich mit Mammilac und mit der Ersatzmilch von Royal Canin gemacht.
 
Schlusswort:
 
Ich habe zweimal einen Wurf mit 6 Babys mit dieser Methode durchbekommen, kein Baby ist gestorben und alle sind sie groß, gesund und kräftig geworden!! Zwischendurch habe ich auch vereinzelte, trinkfaule und schwächere Babys aus großen Würfen damit groß bekommen. Bei den zwei 6er Würfen kamen die Babys später sogar alle an den Wurfkistenrand, und jedes Baby wollte als erstes mit der Sonde gefüttert werden, also, kann es doch soooooo schlimm nicht sein!!??
 

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